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NextGENeration 2007
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Bericht über das Seminar
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GENeration 2007
vom 31.01. - 02.02.2007
Projekttage zu den Themen Gentechnik, Klonieren und genetische
Auslese des Umweltreferates der Evangelischen Kirche von Westfalen im Institut für Kirche und Gesellschaft.
Innerhalb des Projektes zu den Zehn Geboten unter dem Titel „Vom Leben und den Geboten” haben die Schülerinnen und Schüler wieder das Seminar NextGENeration besucht. |
Zum vierten Mal arbeiteten Schülerinnen
und Schüler aus dem Athenäum
in Luxemburg und dem Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen
gemeinsam an Fragen der Bio- und Gen-Ethik unter der Leitung
von Frau
Gudrun Kordecki.
Es war ein beeindruckendes Seminar! Obwohl die Fragen der Bio- und Gen-Ethik sehr komplex und schwierig sind, haben sich die Schülerinnen und Schüler aus Luxemburg und Meinerzhagen sehr intensiv und kenntnisreich mit diesen Fragen befasst |
Der Einführungsvortrag |

Die Arbeit in den Gruppen
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Es wird wohl ansonsten nicht so häufig sein, dass Schülerinnen und Schüler Zustimmung von ihren Lehrern bekommen, wenn sie das Recht auf Nichtwissen einfordern. Dazu muss man allerdings wissen, dass sich das Nichtwissen nicht auf schulische Fächer bezieht.
Aber ich möchte das Recht haben, nicht gezwungen werden zu können, meine genetische Grundausstattung zu erfahren und öffentlich machen zu müssen, z.B. vor meiner Krankenkasse oder meinem Arbeitgeben.
Dabei kann es durchaus sehr positiv und ermutigend sein, wenn ich durch Gendiagnostik erfahre, dass ich eine gefährliche Krankheit, die in meiner Familie vererbt wird, nicht geerbt habe. Ich bin dann sicher, dass ich erblich nicht belastet bin.
Selbst dann, wenn ich erfahren muss, dass ich erblich vorbelastet bin, kann dies bei aller Belastung für mich positiv sein. Ich kann nun mein Leben und meine Therapie früh und gezielt auf die Vermeidung des Ausbruchs der Krankheit einstellen.
Das Schwierige ist nur, dass mein Wissen nun auch zum Wissen meiner Kinder wird. Wenn ich das Krankheitsgen trage, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich diese erbliche Belastung auch an meine Kinder weitergegeben habe. Mein Recht auf Wissen, schränkt also das Recht auf Nichtwissen meiner Kinder ein.
Wie soll man sich entscheiden? |
Mit diesen und ähnlich schwierigen aber wichtigen Fragen haben sich die Schüler aus den beiden Ländern wieder befasst.
Das Seminar wurde geleitet von Frau Kordecki vom Umweltreferat des Institutes für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen. |

Die Arbeit in den Gruppen
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Vorbereitet wurde dies Seminar
- wie in den Jahren vorher auch - durch intensive gemeinsame
Arbeit über das Internet. Genutzt wurden dazu die vielfältigen
Möglichkeiten der Internetplattform der Evangelischen
Kirche, rpi-virtuell.
Dabei lernten sich die Schüler der beiden Kurse wenigsten
optisch schon einmal durch eine Skype-Video-Konferenz kennen.
An den Fragen: „Was sagen die Zehn Gebote?” und
„Was sagen sie uns heute?”, wurde die ethische
Fragestellung vorbereitet und diskutiert.
Das Seminar in der Akademie
Biggesee bereitet den zweiten Teil dieses Internetprojektes
vor. Die Arbeit geht also weiter, wenn die Schüler aus
Luxemburg wieder in ihrer Heimat sind.
In diesem zweiten Teil geht es um Fragen der Präimplantationsdiag-nostik.
Durch sie ist es möglich, einen in vitro befruchteten
Embryo genetisch zu untersuchen, ehe er in die Gebär-mutter
einer Frau eingepflanzt wird.
Das führt zwar zu Auslese, d.h. Vernichtung von nicht
gewählten befruchteten Eizellen. Aber es verhilft dazu,
dass nur gesunde Embryonen eingepflanzt werden.
Wieder so ein Dilemma, in dem wir entscheiden müssen,
ob das Gute (erblich belastete Eltern bekommen ein gesundes
KInd) die negativen Auswirkungen (Auslese und Vernichtung
von Eizellen) überwiegt.
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Vorbereitung der Präsentationen


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Konkret haben die Schüler in der Akademie in Arbeitsgruppen über die folgenden Fragen gearbeitet:
Gendiagnostik, Gentherapie, Präimplantationsdiagnostik, Stammzellforschung, reproduktives und therapeutisches Klonen.
Am Abend des ersten Tages wurden die Ergebnisse von den Arbeitsgruppen präsentiert. Diese Präsentationen wurden kritisch bewertet und von allen Hinweise zur Verbesserung für die Referenten gegeben.
Am nächsten Tag stand dann die überarbeitete Präsentation und die Verteidigung der Ergebnisse vor den kritischen und fachkundigen Augen von externen Referenten an. |

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Die Ausführungen der Schüler und die Ergänzungen der Experten waren Grundlage für die Diskussion mit dem Plenum.
Und die Experten waren hochka-rätige Vertreter ihres Faches. Dem Umweltreferat war es nämlich wieder gelungen, das Podium sehr anspruchsvoll zu besetzen.
Es waren eingeladen und auch gekommen: Frau Margot
von Renesse, die Leiterin der Enquete-Kommission des Deutschen
Bundestages „Recht und Ethik in der modernen Medizin”
und Mutter des deutschen Embryonenschutzgesetzes, die Pfarrerin
und Publizistin beim evangelischen Presseverband und dem Rundfunk
der Kirchen, Christa
Thiel , Frau Dr. med Alma Küchler , wissenschaftl-iche
Mitarbeiterin am Institut für Humangenetik des Uniklinikums
Essen und Prof. Dr. Wolfgang Tuma, Molekularbiologe
der Fachhochschule Gelsenkirchen. |

Die Präsentation im Forum
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Diese Experten nahmen die Schüler intensiv in die Diskussion hinein. Dabei zeigten sie sich sehr überzeugt von den Präsentationen und dem Stehvermögen der Schülerinnen und Schüler in der Diskussion.
Von einer Null-Bock-Generation und auch von einer sprachlichen Verwahrlosung konnte man im Gegensatz zu mancher Stammtisch-annahme nichts merken. Im Gegenteil, es wurde auf hohem Niveau diskutiert und gerungen. |
Die Runde der Experten
Von links nach rechts
Frau Christa Thiel Pastorin und Publizistin, Frau v. Renesse
MdB Mutter des Embryonenschutzgesetzes, Herr Prof. Tuma Molekularbiologe,
Frau Küchler Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut
für Humangenetik, Frau
Kordecki vom Umweltreferat
der Ev. Kirche von Westfalen |
Eines der wichtigsten Ergebnisse dieses Seminars ist wohl, dass die Experten die vielen Horrorszenarien, die sich mit der Biotechnologie verbinden, richtig stellen konnten.
Die Szenarien vom Designerbaby bis hin zur Erschaffung eines
menschlichen Ersatzteillagers für Organe durch die Herstellung
von Klonen, wurden ins Reich der Phantasie verwiesen. „Wir
sind in der Grundlagenforschung und noch weit von solchen
Visionen, aber leider auch von konkreten Heilungsangeboten
entfernt.” Das war die einhellige Meinung der Fachleute.
Aber damit die Zukunft richtig gestaltet werden kann, bedarf
diese neue Technik einer intensiven Begleitung und eines ethischen
Hinterfragens durch die Politik, die Parteien und die Kirchen.
Ein schnelles „Nein, das wollen wir alles nicht!”,
wird nicht helfen, Dazu sind die Versprechungen, Menschen
durch diese Technik helfen und sogar heilen zu können,
zu stark. Wir müssen wohl, ob wir wollen oder nicht,
die Mühe machen uns als Gesellschaft mit diesen schwierigen
Fragen immer wieder zu befassen. Wir müssen Gesetze erlassen,
die das Gute fördern und das Übel verhindern. So
lautete die abschließende Zusammenfassung und Botschaft
des Seminars der Schülerinnen und Schüler. |
Weitere Präsentationen
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