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Hier einige Bilder zum Thema Karadikkal

 

Hier einige Bilder zum Thema Karadikkal

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Zu Beginn der Sommerferien 2007 bin ich mit meiner Tochter Leonie nach Indien gereist und habe für acht Tage die Schulfarm in Karadikkal besucht. Dabei sind die folgenden Fotos entstanden, die einen Eindruck vom Leben auf der Schulfarm sowie der Umgebung des Dorfes Karadikkal (25 km westlich der Stadt Madurai) geben sollen.

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Nachdem sie von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr Freizeit gehabt haben, setzen sich die Internatsschülerinnen - auch ohne dass Ihnen dies eine Aufsichtsperson extra sagen muss - vor den Innenhof des Internats, singen und sprechen inbrünstig ein etwa 10-minütiges Abendgebet, lobpreisen ihren (Hindu-)gott Shiva. Eine Moslem-Schülerin (blaues Kopftuch) sitzt friedlich dabei, betet allerdings nicht mit.

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Brinjalernte: Schulleiter Pandi beaufsichtigt die Schülerinnen der 12. Klasse beim Ernten der Brinjals (= auberginenähnliches  Gemüse). In der Vorwoche hatten die Schülerinnen nicht gründlich genug gepflückt, viele gelbe und damit überreife Brinjals waren jetzt nur noch als Viehfutter zu verwenden.tl_files/Schulleben/Karadikkal/Bilder Karadikkal/Bild Karadikkal 7.JPG

Hier werden die Brinjals im Innenhof des Internats sortiert: Gelbe und wurmstichige Früchte als Viehfutter, die guten kommen in den Jutesack. Ein voller Sack Brin-jals wiegt 50 kg und bringt beim Verkauf 300 Rupien (= 6 €) ein. Teilweise werden die Farmerträge natürlich auch zur Selbstversorgung genutzt.tl_files/Schulleben/Karadikkal/Bilder Karadikkal/Bild Karadikkal 8.JPG

Das Dorf Puthumangalam liegt nur etwa 1 km von der Schulfarm entfernt, zahlreiche Mädchen aus diesem oder ähnlich armen Dörfern besuchen die Karadikkal - Schule. Es ist ein Erfolg des Karadikkal-Projektes, dass sie das tun: vor 10 Jahren noch mussten die Ver-treter der Schule bei den Eltern dafür Werbung betreiben, Mädchen die Mittelschulausbildung (5.-12. Klasse) zu ermöglichen. Das Bild zeigt die einzige betonierte Straße des Dorfes, man sieht Steinhäuser mit Dachziegeln        dies sind bescheidene Anzeichen von Fortschritt, am Dorf-rand dominieren noch Dächer aus Palmgeflecht.

 

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Pavan hat auf dem offenen Feuer im Vordergrund Reis mit Gemüsesoße zubereitet, hier zum Frühstück. Die meisten Kinder erhalten hier auf der Schulfarm besseres und üppige-res Essen als zu Hause, daran hat die Unterstützung aus Meinerzhagen einen großen Anteil. Gegessen wird im Schneidersitz, mit der rechten Hand, den leeren Teller spült jedes Kind anschließend an der Wasserstelle vor dem Tor links. Das Mittagessen wird nicht im Freien, sondern in den 3 Aufenthaltsräumen eingenommen, mittags liegt der Innenhof in der fast senkrecht stehenden Sonne, das ist zu heiß.

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Gerne lassen sie sich fotografieren, die fröhlichen Karadikkal-Schülerinnen, noch begeisterter sind sie, wenn sie ihr Bild anschließend im Display sehen können. Dieses laufen zusammen angesichts des Fotoapparates meiner Tochter Leonie, die eigentlich gerade das Portaitfoto einer einzelnen Schülerin machen wollte, filme ich (im roten Hemd) aus dem Hintergrund.

 

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Die Kleinsten fühlen sich sichtlich wohl auf der Schule; nach Schulschluss um 16:00 Uhr spielen sie mit großer Begeisterung. Den Stoff für die Schuluniform stellt die Schule, für das Nähen sind die Eltern zuständig. Da das Schuljahr gerade erst angefangen hat, tragen die Schülerinnen hier noch ihre Freizeitkleidung.

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 Die Schülerinnen der Klasse 6 sind nun seit einem Jahr im Internat. Besuchstag für die Eltern ist einmal monatlich, viele Eltern kommen da mit dem Bus von weit her angereist und veranstalten ein fröhliches Picknick auf dem Schulgelände. Die Mädchen verbringen nur die großen Ferien von Mitte April bis Mitte Juni zu Hause.

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Pavan ist 54 Jahre alt, dass sie ihr Leben lang hart gearbeitet hat, sieht man ihr an. Seit fast 20 Jahren arbeitet sie auf der Schulfarm, erntet auf dem Feld, füttert und melkt die Kuh, bereitet Frühstück, Mittagessen und Abendessen für die inzwischen 200 Heimschülerinnen vor. Dafür erhält sie nicht einmal 20 € monatlich, allerdings braucht sie nichts für ihr Essen zu bezahlen. Zuvor hat sie einige Jahre im Steinbruch gearbeitet, da fühlt sie sich auf der Farm deutlich wohler.

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Es hat schon etwas von militärischem Drill, wenn die inzwischen insgesamt 500 Schülerinnen montags vor dem Unterricht auf dem Schulhof der Sri Meenakshi Girls' Higher Secondary School antreten, dabei wird auch die Indische Fahne gehisst. Eine Schülerinnen-sprecherin spricht vor, im Chor wird nachgesprochen, hier wird gerade gebetet, anschließend beginnt um 9:00 Uhr der Unterricht. Als Schuluniform wird heute ein grün-weißer Punjabi-Suit getragen, die weiße Bluse mit grünem Rock hat ausgedient.

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Auch im Umkreis von Karadikkal gibt es zahlreiche Steinbrüche. Hier wird tatsächlich Schotter hergestellt, zwar nicht von Kindern (das soll es auch geben, nicht nur am Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen!), aber auch von Frauen, die damit das Familieneinkommen um umgerechnet 2 € pro Tag anreichern. Fehlender Augenschutz und Plastikschlappen lassen auf ziemlich lasche Sicherheitsvorkehrungen schließen.

 

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Zu Ehren des Besuchs aus Deutschland wurden an einem Abend ein Tanzveranstaltung mit sechs indischen Tänzen dargeboten, die die Tänzerinnen mit einzelnen Lehrerinnen zuvor intensiv eingeübt hatten. Besonders die jüngeren Schülerinnen sind sehr stolz, daran teilzunehmen zu dürfen, erfreuen sich an ihrem schönen Schmuck und den Kostümen. Auch die nicht tanzenden Mitschülerinnen sind neugierig und klatschen anschließend begeistert Beifall.

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Zwischen Internatsgebäude und Schulgebäude liegt dieser kleine Ganesha-Tempel (Ganesha = elefantenköpfiger Hindugott, Sohn Shivas), auf dem Weg zur Schule be-ten viele Schülerinnen hier, das soll Glück bringen. Unschwer zu erkennen, dass der Tempel nicht mehr lange hält, der große, wunderschöne Banyan-Baum erdrückt ihn und - schlimmer noch - die Wände des dahinter liegenden Hauptbrunnens. Deshalb sollen ein neuer Tempel gebaut und der Baum gefällt werden - kein Problem meint Schulleiter Pandi, die heimischen Baumfäller kennen sich auch mit solchen Riesenbäumen aus.

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Eine eifrige Schülerin während des Mathematikunterrichtes zum Thema Sehnen-vierecke, sie dreht praktischerweise, das Heft unter dem Zirkel her. Die dafür notwendigen Zirkelkästen sind vor über 10 Jahren vom Verein der Förderer des EGM finanziert worden, 300 indische Zirkelkästen für unter 50 ct pro Stück, sie sind bis heute an der Karadikkal-Schule im Einsatz.

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Sportunterricht oder auch Sport als Freizeitbeschäftigung findet auf der Schulfarm zunehmend statt, Sportkleidung gibt es aber nicht, die Mädchen behalten Schuluniform bzw. ihre Freizeitkleidung an. Diese beiden Schülerinnen der Klasse 12 wollten lieber nicht mitspielen, geben sich mit der Schiedrichterrolle beim Volleyball zufrieden, nachdem sie zuvor das Netz aufgehängt haben.

02.11.2007 Rainer Augustin